jayjay-concerts


Rage und Freedom Call am 28. April 2006 in Karlsruhe-Durlach

Von David Kosar


http://www.pandaimonix.de/liveberichte/Rage280406.html


Ich habe mich ja schon richtig gefreut auf diesen Freitagabend, da ich Rage (www.rage-on.de) vorher noch nicht live gesehen habe und mir von allen Seiten von der Wahnsinns Bühnenperformance der 3 Qualitätsmusiker vorgeschwärmt haben (Zudem ist der aktuelle Output von Rage unser Album des Monats Mai 2006!) Auch auf Freedom Call (www.freedom-call.net) war ich recht gespannt, da bei mir die damaligen beiden Alben „Eternity“ und „Crystal Empire“ rauf und runter liefen. Die Durlacher Festhalle war an diesem Abend relativ angenehm gefüllt, also kein Konzert welches aufgrund der hohen Besucherzahl aus den Nähten platzt aber eben trotzdem genügend Besucher für eine tolle Stimmung hat.


Freedom Call eröffneten ihren Gig mit etwas Verspätung, entschuldigten sich diesbezüglich aber auch gleich brav bei den Besuchern. Eine sehr saubere Performance boten uns die Nürnberger mit der Songauswahl aus den nun mehr 5 Studioalben, teils mit echten Krachern wie z.B. das keybordlastige „Land of light“, das die Zuschauer zu regelrechten Hüpforgien bewegte, „Metel invasion“, „Freedom call“ oder die kultige „Hymn to the brave“ zum Abschluss. Gelungener Auftritt, sei es nun der saubere Gesang von Fronter Chris, als ganzes im typischen Chor oder technisch an den Instrumenten gesehen, gab es da nichts zu meckern. Klasse Melodic Metal, der den Fans sicherlich gefiel.


Nach kurzer Pause war es dann Zeit für Rage . Die 3 Hochkaräter zeigten von Beginn an eine extrem geniale Darbietung ihres musikalischen Könnens. Kein Wunder, gelten die 3 doch seit Jahren als Institution was ihr Handwerk betrifft. Sänger und Bassist Peter Wagner zeigte sichtlich den Spaß am Spielen durch breites Grinsen und ergänzte den kraftvollen Sound mit seiner ebenso kräftigen Stimme. Lediglich der PA Sound der Festhalle Durlach war dem ganzen nicht gewachsen. Nicht nur die Band beschwerte sich diesbezüglich lautstark, sondern auch für viele Zuschauer war der Klang dem dargebotenen der Band einfach nicht würdig. Schade, denn gerade bei solchen Perfektionisten wie Rage es sind, ist natürlich der Sound eine ganz wichtige Sache. Dennoch, die Stimmung war gut und so war es an der Zeit, dass der Große Mike Terrana mit seinem obligatorischen Drumsolo die Leute zum Staunen brachte. Das war schon wirklich unglaublich wie dieser Hüne sein riesiges Drumset malträtierte, als gäbe es kein Morgen mehr. So was sieht man wirklich selten und ich bekam die Kinnlade für lange Zeit nicht mehr hoch, denn dieser Kerl verblüffte mich und alle anderen immer wieder durch noch derbere Kombinationen . Ganz große Klasse!


Das war der erste Streich. Ich wusste ja, dass nun auch noch ein Gitarrensolo folgen würde, dachte mir aber, dass man solch eine Leistung nicht mehr einstellen kann. Denkste. Ein paar Songs später bot Victor Smolski ein ebenso derart verblüffendes Gitarrensolo, dass echt alles zu spät war. Wie ist so was möglich, frag ich mich immer. Wie kann man eine Gitarre nur so bearbeiten, das da solche Sounds rauskommen ? Wahnwitziges Gefiedel und wunderbare Melodien bot der Mann vom anderen Stern. Ich schwebte schon halb im Delirium und wünschte mir, dass der Kerl nie mehr aufhört.


Die Songauswahl ging quer durch die lange Schaffensphase der Band und es war sicherlich nicht alles Standart was dargeboten wurde. „Wir können ja auch nicht immer das gleiche spielen“, ergänzte Peter Wagner lachend dazu.


Ein klasse Konzert, an das ich mich noch ne Weile erinnern werde. Eine solch hochwertige Band erlebt man nicht alle Tage. Ein zweiter Besuch bei einem Rage Konzert ist für mich also schon so sicher wie das Amen in der Kirche.