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Backstage – Auf Du und Du mit den Stars


Der etwas andere Konzertbericht aus der Sicht eines Helfers


Die Namen beider Bands lassen die Herzen der Mittelalter- und Metalfans in ganz Deutschland höher schlagen: Subway to Sally und Saltatio Mortis ! Dass beide zusammen in Annweiler ein Doppelkonzert geben sollten, war der ganz besondere Coup zum Ausklang des 55. Jubiläums des Fanfarenzuges „Die Trifelsherolde“ Annweiler e.V. Ein ganzes Jahr an Arbeit steckte dahinter, bevor zuerst die Spielleute des Mittelalters „Saltatio Mortis“ die Fans begeisterten und später die Mittelaltermetaler von Subway to Sally den altehrwürdigen Hohenstaufensaal wahrlich zum Kochen brachten. Ein ganz besonderes Erlebnis war aber für alle Helfer der hautnahe Kontakt den ganzen Tag über mit den Musikern und Technikern der Bands. Alleine das Equipment für diese Show war beeindruckend: drei vollbepackte LKW und zwei riesige Anhängern an den Nightlinern von Subway to Sally, dazu das „persönliche Gepäck“ von 14 Musikern mussten nicht nur entladen und dann im Hohenstaufensaal geordnet werden, nein - alles sollte auch auf der Bühne Platz finden! Zwei Drittel des Hohenstaufensaales waren voll mit Behältern aller Art und Größe. Aber irgendwie behielten die Techniker und Crewmitglieder den Überblick und alle Kabel fanden bis zum Soundcheck ihren richtigen Platz.


Die Bandmitglieder von Subway waren freundlich, aber doch etwas reserviert, Stars eben live. Ganz anders dagegen die Jungs von Saltatio Mortis. Höflich und zuvorkommend wurden alle Helfer per Handschlag persönlich begrüßt. Man zeigte sich sehr begeistert vom Hohenstaufensaal und dem ganzen Ambiente sowie dem ausgefeilten Service. Als die Spielleute auch noch hörten, dass ein ausverkauftes Haus auf sie wartete, schlug die Freude in Begeisterung um. Trotz allem Vorbereitungsstress fanden die Jungs aber zahlreiche Gelegenheiten mit den aktiven Herolden einen Plausch zu halten. Stars der Bühne hautnah erleben, auf Du und Du!


Beim Soundcheck von Subway to Sally war klar, was am Abend dem Publikum geboten würde: Musik voller Bombast und Kraft; metallisch, hart , aber auch melodisch mit hintergründigen Texten. Live beim Soundcheck einer solchen Band zu sein, das hat was besonderes, etwas das man wohl nicht alle Tage erlebt. Saltatio deutete schon beim Soundcheck an, dass sie nicht gewillt waren sich zu verstecken. Sie hielten sich aber noch zurück und steigerten dadurch die Spannung für den Abend. Punkt 20:00 Uhr war es soweit. Eric, Sänger und Frontman bei Subway, ließ es sich nicht nehmen persönlich die Spielleute von Saltatio Mortis anzukündigen. Die 7 Jungs betraten die Bühne, spielten voller Volumen auf ihren Dudelsäcken, Flöten, Drehleiher, Trommeln und sonstigen bespielbaren Geräten. Das Publikum ging bereits beim ersten Stück mit, tanzte und spendete euphorisch Beifall. Auch Saltatio schien etwas überrascht über diesen frenetischen Empfang in Annweiler zu sein. Alea, selbst Pfälzer, brachte es auf den Punkt, als er ins Publikum rief: „Hier in Annweiler ist beim ersten Lied schon bessere Stimmung, als bei einem Konzert in Norddeutschland bei der Zugabe !“ Von dieser Stimmung ließen sich die 7 Musiker anstecken und sie legten sich ins Zeug, als müssten sie um ihr Leben spielen. Die alten Stücke, wie z.B. das Palästinalied, wurden mit rockigen Elementen verziert, teilweise wurden Songs sogar im Technostil dargeboten. Gigantischer Anblick und voller Sound, als Saltatio gar mit 5 Dudelsackspielern auf der Bühne stand. Für den nötigen Rhythmus sorgten Dominor und „Die Fackel“, der auch witzige Dialoge mit Falk führte. Aber immer gab es zur Musik allerlei Bühnenspektakel. Riesige Flammen schossen vor der Bühne empor, Raketen zischten über die Köpfe der Zuschauer, die Maske war gespenstisch beleuchtet und von Feuer umgeben. Dass Musik auch politisch ist, zeigte Die Fackel in seiner Anmoderation zu dem Song „Heuchler“. Dieser widmete er dem wiedergewählten Präsidenten Bush. Nach mehreren Zugaben und der Gewissheit ein Superkonzert hingelegt zu haben, verabschiedeten sich Saltatio Mortis nach 90 Minuten unter tosendem Beifall des Publikums. Kann Subway to Sally die Stimmung noch steigern?, fragten sich viele.


Das erste Lied „Hexe“ begann mit melodischem Gesang, plötzlich ein lauter Knall und Bühnenblitz, dann setzten brachial die Gitarre und der Bass ein, David hämmerte auf seinem Schlagzeug herum, und jeder wusste jetzt beherrscht Subway to Sally die Bühne. Die Fans gingen sofort mit, die Menge hüpfte, tanzte und rockte mit. Eric versprach, das Publikum auf eine Reise durch die Abgründe der menschlichen Seele mitzunehmen. Damit spielte er auf die vielen sozial- und gesellschaftskritischen Texte an, mit denen Subway teils provozieren oder auch anklagen wollen. Deutliche Worte fand er wie Saltatio Mortis bei der Ankündigung des Stückes „Falscher Heiland“, das sich gegen die Mächtigen und deren Gewalt und Kriege in der Welt richtet. Die Texte sind gekleidet in Musik voller Bombast und brachialer Härte mit metallischem Sound. Ruhiger wird es nur, wenn Frau Schmitt die Fidel streicht, aber nur um einen Augenblick später wieder voller Kraft und Leidenschaft die Metallfans zufrieden zu stellen. Und alle waren zufrieden, das Publikum und die Band verausgabten sich total. Subway to Sally wären nicht sie selbst, wenn auch sie mit allerlei Spektakel und pyrotechnischen Effekten eine beste Bühnenshow ablieferten. Auch mit Feuerspuckern und Flammenwerfern heizten sie im wahrsten Sinne des Wortes dem Publikum ein. Der wohl größte und lauteste Chor im Hohenstaufensaal stimmte vor der ersten Zugabe von STS das „Räuberlied“ an und Subway blieb nichts anderes übrig als mehrere Zugaben zu spielen, um schließlich nach über 2 Stunden Konzert erschöpft von der Bühne zu steigen. Alle waren sich einig: Mit dem Doppelkonzert von Saltatio Mortis und Subway to Sally wurde die richtige Mischung gefunden, um das Publikum in Annweiler total zu begeistern. Annweiler hat bei den 1100 Fans einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen. Es war mal was anderes, das die Trifelsherolde in Annweiler boten und sich selbst zum 55. Geburtstag schenkten.


Wer Lust hat noch mehr Konzertberichte zu lesen, kann u.a. folgende Seiten im Internet besuchen:


www.powermetal.de www.schweres-metall.de www.partyseek.org




Die wirklich schönsten Bilder zum Konzert gibt es unter www.elfal.at zu sehen. Die Autorin ist extra von Wien !!! nach Annweiler gefahren wegen des Konzertes !!


Wer bei Google als Suchbegriff „Hohenstaufensaal Annweiler“ eingibt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die meisten Links drehen sich um unser Konzert am 19.11.04 !